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Blocksteuerung und automatischer Betrieb

Wie teilt man eine Modellbahn in Blöcke ein, woher weiß die Software, ob ein Block belegt ist, und was braucht man für zuverlässigen automatischen Betrieb ohne Kollisionen?

Was ist ein Block und wozu Blocksteuerung?

Ein Block ist ein abgegrenzter Abschnitt der Anlage, den zu jedem Zeitpunkt nur ein Zug belegen darf. Sobald ein Zug in einen Block einfährt, ist dieser Block für alle anderen Züge gesperrt, bis der Zug ihn wieder verlässt und der Block freigegeben wird. Dieses Prinzip — entlehnt aus der großen Eisenbahnwelt — ist die Grundlage praktisch jedes Systems für automatischen Betrieb: ohne Blocksteuerung könnten zwei Züge auf demselben Gleisabschnitt aufeinander zufahren oder sich überholen, ohne dass die Software es bemerkt.

Blocksteuerung besteht also aus zwei Dingen, die zusammenspielen müssen: wissen, ob ein Block belegt ist (Belegtmeldung), und darauf basierend entscheiden, welcher Zug wohin fahren darf (Fahrstraßenverwaltung). Beides wird nachfolgend behandelt — mit dem Hinweis, dass die genaue interne Umsetzung bei ModelRailPro an einigen Stellen noch nicht auf einer echten Anlage bestätigt wurde.

Belegtmeldung: Woher weiß die Software, dass ein Block belegt ist?

Belegtmeldung (auch Rückmeldung genannt, siehe den Ratgeber Rückmeldung und Belegtmeldung zur Kommunikationsseite über s88, LocoNet, CAN oder RailCom) ist der Mechanismus, der die physische Anwesenheit eines Zuges in ein Signal übersetzt, das die Steuerungssoftware lesen kann. Es gibt drei gängige, herstellerunabhängige Methoden:

Für Blocksteuerung, bei der die Software wissen muss "ist dieser gesamte Block gerade frei oder nicht", ist Stromfühlung funktional am besten geeignet, da Reed- und optische Sensoren nur einen Passiermoment erfassen und daher mit Logik kombiniert werden müssen, die daraus einen Belegt/Frei-Status für den gesamten Abschnitt ableitet (z. B.: belegt ab Sensor A, bis Sensor B passiert wurde).

Fahrstraßen und Kollisionsschutz

Sobald die Software weiß, welche Blöcke belegt sind, kann sie Fahrstraßen (Routen über mehrere Blöcke) reservieren und freigeben. Das Grundprinzip dieser Art von Stellwerk-Logik folgt in der Regel diesem Zyklus:

  1. Reservieren: Bevor ein Zug eine Fahrstraße beginnt, prüft das System, ob alle Blöcke auf dieser Route frei sind, und reserviert sie exklusiv für diesen Zug.
  2. Fahren: Der Zug fährt die reservierten Blöcke nacheinander ein; jeder Block zeigt "belegt", sobald der Zug einfährt.
  3. Ankunft: Der Zug erreicht den nächsten Block oder ein Signal/eine Haltemarkierung, an der die Fahrstraße endet oder auf die nächste Freigabe wartet.
  4. Warten/Freigabe: Sobald der Zug einen Block vollständig verlassen hat, wird dieser Block wieder für andere Züge freigegeben.
  5. Nächste Fahrstraße: Der Zyklus wiederholt sich für den nächsten Zug oder den nächsten Abschnitt desselben Zuges.

Der entscheidende Punkt dieses Zyklus ist, dass Blöcke auf einer Fahrstraße im Voraus reserviert werden, nicht erst, wenn der Zug bereits dort ankommt. So wird verhindert, dass zwei Züge gleichzeitig denselben Gleisabschnitt beanspruchen.

Fail-Safe: Was passiert, wenn die Belegtmeldung ausfällt?

Ein grundlegendes Sicherheitsprinzip aus der Stellwerkswelt — unabhängig von einem bestimmten DCC-Standard — besagt, dass ein System bei zweifelhafter, fehlender oder widersprüchlicher Rückmeldung sicher ausfallen sollte: den nächsten Block nicht freigeben oder den Zug anhalten, statt auf der Annahme weiterzufahren, dass alles in Ordnung ist. Anders gesagt: Im Zweifel ist Anhalten die sichere Wahl, nicht Weiterfahren.

Dies ist ein allgemeines Konstruktionsprinzip, kein NMRA-DCC-Standard. Wie ModelRailPro dies intern genau handhabt — welches Verhalten die Software zeigt, wenn eine erwartete Belegtmeldung ausbleibt, verspätet eintrifft oder im Widerspruch zu einem anderen Sensor steht — ist eine Entscheidung auf Anwendungsebene. auf einer Anlage zu bestätigen

Brems- und Halteabschnitte

Neben der Belegtmeldung besteht häufig Bedarf an einem kurzen Abschnitt kurz vor einem Signal oder einer Blockgrenze, in dem ein sich nähernder Zug frühzeitig zu bremsen beginnt, damit er nicht über die Grenze hinausfährt und in den nächsten Block einfährt, während dieser noch belegt oder nicht reserviert ist. Eine bekannte Technik dafür nutzt ein asymmetrisches DCC-Signal (oft unter einem herstellerspezifischen Namen wie "ABC"-Bremsen bezeichnet): Der Decoder erkennt diese Asymmetrie im Gleissignal und bremst selbstständig, ohne dass ein separater Befehl nötig ist.

Wichtig zu wissen: Dies ist kein universeller NMRA-Standard, sondern eine herstellerspezifische Erweiterung. Ob und wie ein Decoder darauf reagiert, unterscheidet sich je nach Hersteller und wird in der Regel über eine CV eingestellt, die je nach Hersteller abweichen kann. Ob und wie ModelRailPro diese Art von asymmetrischem Bremsen ansteuert, lässt sich der Dokumentation nicht entnehmen und scheint derzeit keine Funktion der App zu sein — dies sollte also nicht als bestätigtes Feature betrachtet werden. auf einer Anlage zu bestätigen

Automatischer Betrieb und Lernmodus

Ein häufig verwendetes Konzept bei Steuerungssoftware im Allgemeinen ist ein "Lernmodus": Während des manuellen Fahrens erfasst die Software, welche Blöcke und Fahrstraßen existieren, wie lange eine Strecke dauert und wo sich Signale oder Haltemarkierungen befinden. Diese Information wird anschließend genutzt, um später automatisch zu planen und zu fahren, ohne dass jede Strecke einzeln programmiert werden muss.

Das genaue Verhalten des Lernmodus in ModelRailPro — was genau erfasst wird, wie robust dies bei abweichenden Fahrstilen ist und wie zuverlässig das Ergebnis in der Praxis ausfällt — ist eine Entscheidung auf Anwendungsebene, die sich nicht aus der Dokumentation ableiten lässt. Dies sollte in der App selbst bestätigt werden. auf einer Anlage zu bestätigen

Was braucht man mindestens für zuverlässigen automatischen Betrieb?

Unabhängig davon, welche Software verwendet wird, gelten einige Voraussetzungen für zuverlässige Blocksteuerung:

Ohne diese Grundlage riskiert jedes System für automatischen Betrieb — unabhängig von der Marke der Steuerungssoftware — falsche Halte oder, schlimmer, Kollisionen.

Verwandte Ratgeber

Häufige Fragen

Was ist ein Block bei der Modellbahn?
Ein Block ist ein Gleisabschnitt, der zu jedem Zeitpunkt nur von genau einem Zug reserviert werden darf. Solange ein Block belegt oder reserviert ist, darf kein anderer Zug einfahren, was Kollisionen verhindert.
Welche Belegtmeldungs-Methode ist am zuverlässigsten?
Stromfühlung über einen isolierten Abschnitt liefert einen durchgehenden Belegt/Frei-Status für den gesamten Abschnitt, solange der Zug dort steht. Reed- und optische Sensoren sind Punktmelder: Sie erfassen einen Zug an einem Moment an einer Stelle, nicht den gesamten Abschnitt fortlaufend.
Stoppt ModelRailPro automatisch bei einer verpassten Belegtmeldung?
Das allgemeine Stellwerk-Prinzip lautet, dass ein System bei zweifelhafter oder fehlender Rückmeldung sicher ausfallen sollte (anhalten statt auf Annahme weiterfahren). Das genaue Fail-Safe-Verhalten von ModelRailPro in einer solchen Situation ist auf einer echten Anlage noch nicht bestätigt.
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