DCC-EX ist kostenlose Open-Source-Software auf eigener Hardware; der DR5000 war eine leistungsfähige DCC/MM-Zentrale — doch Digikeijs ist im April 2023 insolvent gegangen. Ein ehrlicher Vergleich beider Optionen.
Der Vergleich zwischen DCC-EX und dem Digikeijs DR5000 ist eigentlich ein Vergleich zweier völlig unterschiedlicher Situationen. DCC-EX ist ein aktiv weiterentwickeltes Open-Source-Projekt: kostenlose Software, aufzubauen auf einem Arduino Mega, ESP32 oder STM32, mit einer wachsenden Community und regelmäßigen Releases. Der DR5000 war zu seiner Zeit eine der am besten ausgestatteten DCC/MM-Zentralen in diesem Segment — mit umfangreichem Bus-Angebot (LocoNet, s88-N, XpressNet, integriertes WLAN) und Z21-Kompatibilitätsmodus. Aber: Digikeijs B.V. (Almere) ist im April 2023 insolvent gegangen. Es gibt keine weitere Produktion, keinen Herstellersupport, und die Digikeijs-Website ist nicht mehr aktiv. Der DR5000 ist ausschließlich gebraucht erhältlich.
Dieser Kontext verändert die Entscheidungsfrage grundlegend. Ein DCC-EX-Aufbau ist zukunftsorientiert und aktiv unterstützt. Ein DR5000-Kauf ist immer eine Gebrauchtinvestition ohne künftige Firmware-Updates oder Werksgarantie. Der folgende Vergleich spiegelt diese Realität ehrlich wider.
| DCC-EX (EX-CommandStation) | Digikeijs DR5000 | |
|---|---|---|
| Typ | Open-Source-DIY oder RTR-Kit — aktiv gepflegt | Herstellerprodukt — EOL, nur gebraucht |
| Protokolle | Nur DCC (14/28/128 Fahrstufen) | DCC (14/28/128 Fahrstufen) + Motorola MM |
| mfx | Nicht unterstützt | Nicht unterstützt |
| RailCom-Cutout | Ja (ESP32 + EX8874, v5.6.0, 2026) | Ja (globaler Detektor) |
| RailCom-Rückmeldung zu ModelRailPro | Auf einer Anlage zu bestätigen | Ja (globaler Detektor vorhanden) |
| Max. Gleisstrom | EX8874 bis 5 A (praktisch 2–4 A) | Max. 3 A |
| Rückmeldebusse | GPIO / EXRAIL (kein s88, kein LocoNet) | LocoNet B+T, s88-N, XpressNet/R-BUS |
| WLAN eingebaut | Über ESP32 oder WLAN-Shield | Ja (802.11 b/g/n) |
| ModelRailPro-Verbindung | TCP 2560 (WLAN/Ethernet) oder USB | Über Z21-Emulation, UDP 21105 — auf einer Anlage zu bestätigen |
| Richtwert Preis | Software kostenlos; Hardware ~€30–80 (Richtwert) | Nicht neu; gebraucht ~€150–250 (Richtwert) |
| Hersteller | Community (dcc-ex.com) — aktiv | Digikeijs B.V. — insolvent April 2023 |
DCC-EX (EX-CommandStation) läuft auf einem Arduino Mega, ESP32 oder STM32 mit einem Motorshield. Sie bauen es selbst oder kaufen ein vorkonfektioniertes RTR-Kit. Protokoll: nur DCC (14, 28 oder 128 Fahrstufen). Ältere Motorola-Loks fahren nicht an DCC-EX, es sei denn, der Decoder wird durch einen DCC-Decoder ersetzt.
Der maximale Gleisstrom hängt vom Shield ab. Das EX8874-Shield erreicht bis zu 5 Ampere; praktisch sind 2–4 A üblich. RailCom-Cutout ist auf der Kombination ESP32 + EX8874 verfügbar (EX-CommandStation v5.6.0, erschienen 2026). Vollständige bidirektionale RailCom-Rückmeldung — bei der Decoder ihre Adresse pro Block aktiv zurücksenden — ist plattformspezifisch in Entwicklung und auf einer Anlage zu bestätigen in Richtung ModelRailPro.
Eingebaute Rückmeldebusse gibt es nicht (kein s88, kein LocoNet, kein R-BUS). Rückmeldung läuft über EXRAIL-Logik und GPIO-Pins; externe EX-IOExpander-Module (I2C) sind in Entwicklung. ModelRailPro verbindet über TCP-Port 2560 per WLAN oder Ethernet, oder über USB seriell. DCC-EX ist auch mit JMRI und WiThrottle kompatibel. Aktueller Verbindungsstatus auf der DCC-EX-Hardware-Seite.
Richtwert: Software kostenlos; Hardware ca. €30–80 je nach Shield und Plattform (Richtwert). Keine Werksgarantie; Support über die DCC-EX-Community (dcc-ex.com).
Der DR5000 war die Topzentrale von Digikeijs' DiMAX-Produktlinie und zeichnete sich durch breite Protokoll- und Busunterstützung aus. Protokolle: DCC (14/28/128 Fahrstufen, bis zu 9999 gleichzeitige Adressen, 117 Decoder simultan) und Motorola MM. Kein natives mfx — mfx erfordert eine Märklin CS oder ESU ECoS. Selectrix ist in der primären DR5000-Dokumentation nicht bestätigt und wird hier nicht als Tatsache angeführt.
Die Buskonfiguration war für den ursprünglichen Preis stark: LocoNet B (für Booster, max. 40), LocoNet T (für Geräte und Rückmelder, max. 128 Module), kombinierter XpressNet/X-BUS + R-BUS-Anschluss, s88-N, LAN (100BaseT), eingebautes WLAN (802.11 b/g/n) und USB. RailCom: globaler Detektor vorhanden. Maximaler Gleisstrom 3 A.
End-of-Life: Digikeijs B.V. (Almere) ist im April 2023 insolvent gegangen. Es gibt keine weitere Produktion, keinen Herstellersupport, und die Digikeijs-Website ist nicht mehr in Betrieb. Der DR5000 ist nur noch gebraucht erhältlich, ca. €150–250 (Richtwert). Beim Kauf beachten: keine Garantie, keine künftigen Firmware-Updates, eingeschränkte Ersatzteilverfügbarkeit.
ModelRailPro verbindet den DR5000 über dessen eingebauten Z21-Emulationsmodus auf UDP-Port 21105 — die Zentrale emuliert dann das Roco Z21-LAN-Protokoll. Die Vollständigkeit dieser Emulation (welche Befehle genau, Zubehör- und Rückmeldeabfragen) ist auf einer Anlage zu bestätigen.
Vergleichen Sie auch mit der Z21? Lesen Sie Z21 vs DCC-EX. Für Decoder-Informationen: Lokdecoder-Ratgeber.